Umweltmedizinische
Beratung und Behandlung

Patienteninformation




Was ist Umweltmedizin?

Umweltmedizin beschäftigt sich mit den Einwirkungen der Umwelt auf die menschliche Gesundheit. Wir stellen heute in allen Lebensbereichen einen Anstieg von Umweltbelastungen durch Schwermetalle, chemische Substanzen, Elektrosmog, Klimaveränderungen, ionisierende Strahlung, UV-Strahlung, Lärm und psychische Belastungen fest. Diese Einwirkungen bedrohen zunehmend unsere Gesundheit durch Reizungen an Haut, Schleimhaut und Darm, durch chronische Vergiftung sowie durch Belastungen von Abwehr-/Immunsystem und Stoffwechselfunktionen des Organismus. Sie führen in der Folge häufig zu spezifischen Krankheitsbildern (z.B. Allergien, Asthma, Hautkrankheiten, Organschäden), aber auch zu vielfältigen unspezifischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Reizhusten, nervösen Störungen und Leistungsabfall.

Wann ist eine umweltmedizinische Beratung angezeigt?

Wenn die medizinische Abklärung dieser Beschwerden keine befriedigende Erklärung ergeben hat und wenn andere Erkrankungen ausgeschlossen sind, kommen Umweltschadstoffe als Krankheitsursache in Betracht, z. B. Schädliche Einwirkungen im Wohnbereich, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit. Bei der Vielzahl möglicher Einflüsse ist eine umfassende Überprüfung der Lebensverhältnisse erforderlich.

Umweltmedizinische Diagnostik

Sie erfolgt nach wissenschaftlich anerkannten Methoden in folgenden Schritten:

1. Gespräch mit dem Arzt, sorgfältige Anamnese, sowie medizinische Basis-Diagnostik, umweltmedizinischer Fragenkatalog zur Krankheitsgeschichte und zum Lebensumfeld

2. Wohnraumbegehung und Wohnungsinspektion zur Überprüfung von Schadstoffen und Allergenen

3. Umweltanalytik:

a. Umweltmonitoring: Nachweis von Schadstoffen in der Umwelt (z.B. Raumluft, Hausstaub, Arbeitsplatz, Trinkwasser, Kosmetika) und Beurteilung dieser äußeren Belastung

b. Biomonitoring: Nachweis von Schadstoffen in Körpermaterialien (z.B. Blut, Urin, Haare, Speichel) und Beurteilung der individuellen inneren Belastung

c. Empfänglichkeitsmonitoring: Überprüfung zusätzlicher persönlicher Faktoren, die eine Reaktion auf Umweltschadstoffe beeinflussen

d. Beispiele für wichtige chemische und physikalische Schadstoffe, die gemessen werden können:
Holzschutzmittel (z.B. PCP, Pyrethroide)
Pestizide (z.B. DDT, Lindan, Hexachlorbenzol)
Lösungsmittel (z.B. Benzol, Toluol, Tetrachloethylen)
Polychlorierte Biphenyle PCB
Formaldehyd
Gase (z.B. Ozon)
Tabakrauch
Asbest und künstliche Mineralfasern
Schwermetalle (z.B. Quecksilber, Blei, Cadmium)
Elektromagnetische Felder
Radon
Schimmelpilze und Allergene

Lösungsvorschläge bei nachgewiesenen Schadstoffbelastungen

Falls auf Grund eines Arzt-Gesprächs, umweltanalytischer Untersuchungen u.ä. umweltbedingter Ursachen für die beklagten Beschwerden nachgewiesen werden, versuchen wir, gemeinsam mit dem Patienten Lösungen zu finden, um die Schadstoffbelastung zu vermindern bzw. auszuschalten. Dies kann z.B. in Form einer Wohnraumsanierung, Veränderungen am Arbeitsplatz oder Ausschaltung innerer Schadstoffdepots erfolgen.

Empfehlungen für einen umweltverträglichen Lebensstil

Der wirksamste Schutz vor den Folgen von Umweltbelastungen ist langfristige Vorbeugung und Vermeidung der Gefahren bzw. ein besserer Umgang mit Risikofaktoren und unvermeidbaren Belastung. Zu den Empfehlungen gehört z.B. das Vermeiden und Trennen von Abfall, das Meiden schädlicher Produkte, gesunde Ernährung und gesundes Wohnen, Nichtrauchen, Meiden von Lärm, Energiesparen, Reduzieren des Individualverkehrs und Verminderung psychischer Belastungen durch unsere Umwelt. Auch als Begleitmaßnahmen bei der Behandlung umweltbedingter Gesundheitsschäden sind ein möglichst umweltbewußter Lebensstil und das Ausschalten persönlicher Risikofaktoren unverzichtbar.

Behandlung umweltbedingter Erkrankungen

Zusätzlich zu den genannten Empfehlungen zur Schadstoffsanierung und zu einem umweltverträglichen Lebensstil ist es manchmal nötig, weitere Behandlungsmaßnahmen anzuwenden. Diese können z.B. den Organismus bei der Entfernung der Schadstoffe unterstützen oder dazu beitragen, bestimmte durch Umweltschadstoffe gestörte Körperfunktionen wiederherzustellen. Die Verfahren hierzu unterscheiden sich je nach Krankheitsbild und therapeutischer Erfahrung des einzelnen Arztes. Angewandt werden u. a. Entgiftungsverfahren, die Gabe von Vitaminen und Spurenelementen, die Sanierung eines gestörten Darm-Milieus, Immunstimulation, sowie Diätberatung und Entspannungstraining.



Durch die Zusammenarbeit mit Ärzten des "Qualitätszirkels Umweltmedizin Rhein-Neckar" verfügen wir über ein breites Fachspektrum. Wir empfehlen Ihnen Partner (Umweltmediziner, Laborärzte, Baubiologen), deren Wissenschaftlichkeit, Erfahrung und Qualität auf dem Gebiet der Umweltmedizin gesichert ist.

Übrigens: Ärztliche Leistungen, die im Rahmen einer Umweltberatung erbracht werden, sind im allgemeinen nicht kassenüblich. Sie sind daher nicht über den Krankenschein erbringbar! Die entstehenden Kosten müssen direkt mit dem Arzt verrechnet und in Anlehnung an die "GOÄ" (private Gebührenordnung für Ärzte) bezahlt werden.